Kampagne „Macht & Ohnmacht“

Im Globalen Süden baut sich eine immense Schuldenkrise auf. Laut „Schuldenbericht 2019“ von MISEREOR und erlassjahr.de sind 122 von 154 untersuchten Mittel- und Niedrigeinkommensländern kritisch verschuldet. Die Gesamtverschuldung der Entwicklungsländer hat sich seit der Finanzkrise 2008 bis heute fast verdoppelt. Aktuell beträgt die Gesamtverschuldung 6,877 Billionen Dollar. Und der Verschuldungstrend hält weiter an. Dennoch gibt es keinen international verbindlichen Rechtsrahmen für den Umgang mit insolventen Staaten. Bisher entscheiden allein die Gläubiger in Form eines Machtkartells von IWF, Weltbank und Pariser Club über die Schuldentragfähigkeit von Ländern und die Höhe von zu bedienenden Schuldendiensten, meistens ohne die Berücksichtigung sozialer Belange.

©SODI!

Die Schuldenkrise ist global. Sie betrifft Entwicklungsländer in allen Regionen der Welt. Auf dem afrikanischen Kontinent zeigt sich der Aufbau der Krise jedoch besonders deutlich. Gegenwärtig sind nahezu alle Länder des afrikanischen Kontinents im Stadium der kritischen Staatsverschuldung. 2014 stimmte die UN-Vollversammlung für eine Resolution zur Schaffung eines geordneten Staateninsolvenzverfahrens. 124 Länder stimmen für die Resolution, 11 dagegen. Deutschland stimmt gegen die Resolution. Die Verweigerungshaltung der Industrieländer führt dazu, dass kein international verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen werden kann.

SODI! – der Solidaritätsdienst International e.V. – organisiert 2019 eine Veranstaltungsreihe, welche sinnvolle Handlungsansätze in der aktuellen, globalen Schuldenkrise thematisiert. In vier Veranstaltungen werden politische und ökonomische Hintergründe der Schuldenkrise erläutert und an Beispielen aus den Ländern Mosambik, Nepal und Kamerun die Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse in hochverschuldeten Entwicklungsländern dargestellt. Die Veranstaltungsreihe wird begleitet von der Online-Petition „Ein faires und transparentes Insolvenzverfahren für Staaten einführen“.

 

HL betreut verantwortlich, in freier Tätigkeit für SODI! die Kampagne „Macht & Ohnmacht – Wie aus fairer Entschuldung nachhaltige Entwicklung entstehen kann“. Die Veranstaltungsreihe wird aus Mitteln des EU-Programms „Citizens for Financial Justice“ (EU DEAR) finanziert.

Zu den Tätigkeiten für das Projekt gehören: Entwurf und inhaltliche Abstimmung der Petition; Installation auf Online-Plattform openPetition.org; inhaltliche Konzeption der Veranstaltungen; Briefing Referenten und Moderation; Veranstaltungsmanagement; Akquise Kooperationspartner inklusive Vertragsgestaltung; diverse Textproduktionen für Print & Web; wissenschaftliche Recherchen und journalistische Aufbereitung der globalen Schuldenproblematik (Factsheets); Akquise Kooperationspartner inklusive Vertragsgestaltung; inhaltliche Betreuung einer Filmproduktion in Kamerun; Vertragsgestaltung für Filmproduktion im Ausland; Konzeption & Redaktion der Kampagnenmaterialien; Koordination der Layout-Produktionen; Konzeption der Webseite; Aufbau der Social-Media-Kanäle; Content-Management; Betreuung und selbständige Durchführung kleiner Video-Clip-Produktionen; Publikumsakquise für Veranstaltungen und Petition; Pressearbeit; Korrespondenzen; verantwortliche Budgetverwaltung des EU-Projekts, Evaluation

Podium „Schuldenkrise in Mosambik“, Kristina Rehbein (erlassjahr.de); Daniel Pelz (Deutsche Welle),  Felisberto Baûque (ASDA), Gina dos Reis (Grupo da Divida)
©SODI!

Dr. Surendra Shrestha (SAHAS Nepal)
©SODI!

©SODI!